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Donnerstag, 2. Januar 2014

r.i.r.


Noch ist Winter, auch wenn im Siebengebirge die Vögel zwitschern als wäre morgen März. Tausende von geöffneten Bucheckern (Fagus cupula) knistern unter den Füßen der Waldläufer und bei einem Windstoß erheben sie sich zu kleinen gemeinen Schwärmen. Sie sirren wie Hornissen um die Bäume und kratzen an der Hülle von allem das etwas Weiches birgt, denn das Weiche hat hier im Winter nichts zu suchen. Ungeschützt trocknet es aus oder verweht. Wenn man genau hinsieht oder ein wenig unter das trockene Laub greift, liegen hier überall silberne Kapseln, die leise klingen wenn niemand zuhört. Innen drin sind Körper aller Art, Leben halt. Sie befinden sich in der so genannten r.i.r. (reduced inward reflection) Phase, in einem geschlossenen System, einem Kokon, aus dem dann zu gegebener Zeit etwas anderes schlüpft als sich vorher eingesponnen hat. Wie die Metallhülle entsteht weiß ich nicht, nur dass sie sehr fest ist und man sie auch mit einem Bolzenschneider nicht aufkriegt. Später reicht dann einfach die Gewebespannung von innen, das Ding platzt auf und heraus kriecht das definiert vorbestimmte Hübsche oder Hässliche, Geschöpfe halt. Der Winter und die Gefahr sind dann vorüber.

Sonntag, 29. Dezember 2013

James


In meinem Herz singt eine Nachtigall, etwas schräg, sie hat einen gebrochenen Flügel. Wenn sie im Morgengrauen durch die dunklen Hohlwege im Siebengebirge fliegt, dann ist sie ein wirbelnder Schatten mit einer großartigen Stimme, sie streift die umgekippten Silberbäume (Sorbus aria), taumelt, rafft sich wieder auf, hebt talwärts ab und schafft es gerade noch an mein Fenster. Ich nehme sie auf, schiene den Flügel, glätte die Federn und setze sie behutsam auf meine Frisierkommode. Ihre Augen glänzen im Spiegel, aus ihrer Kehle dingt ein heiserer Ton, ihre Krallen ritzen kleine Kratzer in den Marmor. Im Schein der Kerze lese ich James, ist das etwa ihr Name? Ich dachte alle Nachtigallen wären Mädchen, aber okay, es ist eine stereotype Annahme, dass die dann auch wirklich weibliche Namen tragen. James ist eigentlich ganz schön, irgendwie britisches Understatement, wer kann schon von sich sagen, hey ich kenne eine Nachtigall, die heißt James und singt in meinem Herz.


Mittwoch, 25. Dezember 2013

fake


Mein Schlafgefährte schenkt mir ein fake Igelfell zu dem fake Fledermausfell vom letzten Jahr. Es sind aus Wolle gewirkte Kunstobjekte einer japanischen Filzerin, bei der er auch das Atmen lernt. Seit er sowohl die Theorie als auch die traditionelle Beherrschung von Luftströmungen kennt, hat sich seine Gestalt verändert, sogar im Schlaf. Gerade wie ein Pfeil liegt er auf seiner Seite und gönnt uns höchstens mal eine kleine paradoxe Winkelabweichung nach Archer, ich weiß nicht was ich auf Dauer davon halte. Richtig schön jedoch finde ich die Wollprodukte von fake Tierfellen, sie haben etwas Archaisches und sind gleichzeitig Pop. Mein neues fake Igelfell zum Beispiel ist dem Winterkleid des ostmongolischen Steppenigels nachempfunden und ich könnte mir vorstellen, dass ich nächstes Jahr vielleicht ein fake Wolfsfell geschenkt bekomme, denn ich lese gerade dieses tausendseitige Buch über die Ausrottung der chinesischen Wölfe und so ein japanisches Kunstwerk ist ja immer auch ein politisches Statement. Während ich mich also nachts nach meinem Gefährten ausrichte und der ersehnte Schlaf ausbleibt, zähle ich Wolfsaugen (Lycopsis arvensis) in fake Schafspelzen.

Samstag, 21. Dezember 2013

ExZombie


Ich kenne einen ExBanker mit dem bin ich im Café und trinke Cappuccino. Wir reden über Geld. Seit er nicht mehr in der Bank ist können wir offen sprechen. Er kennt alle Tricks auch die nicht monetären. Von ihm weiß ich zum Beispiel wie man Designeranzüge behandelt ohne sie gleich jedes Mal in die chemische Reinigung zu bringen oder wie man gebrochene Herzen wieder zusammenflickt. Die Mandelkekse auf dem Tresen blinzeln mir zu und ich gebe dem Kellner ein Zeichen. Er serviert das Gebäck auf einer filigranen Papiermanschette und es ist so unglaublich lecker. Ich weiß nicht wie die das machen, ich habe schon versucht es nachzubacken aber es gelingt mir nicht. Die Mandeln schmelzen auf meiner Zunge, ich schaue den ExBanker an und denke wie gut und relaxed er aussieht seit er nicht mehr in der Bank ist, nicht mehr wie eine atmende Wachspuppe mit der blühenden Pracht-Nelke (Dianthus superbus) auf dem Pad. Früher haben wir Zombie- und Endzeitfilme geguckt, jetzt sitzen wir einfach nur hier und lassen es dunkel werden.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

warm, wärmer


Penelope und ich laufen uns bei den Kletterfelsen am Stenzelberg sozusagen zufällig in die Arme. Sie sieht wunderschön aus mit ihrem goldenen Haar und den leuchtenden Augen, fast wie eine mystische siebengebirgische Erscheinung, sie trägt schicke Workoutklamotten in blau und schwarz und verschämt schaue ich auf meine alte verblichene Jogginghose. Es ist für uns beide ganz seltsam, nicht am Rheinufer zu sein sondern hier oben zwischen den Steinen und mit einem Weitblick, der bis an den westlichen Horizont reicht. Penelope scheint in dieser Umgebung viel glücklicher zu sein, sie schwatzt und plaudert und hüpft dabei immer von einem Fuß auf den anderen. Mein Herz hüpft mit. Dann packt uns beide plötzlich die Leichtigkeit und wir rennen im Laub bergab so schnell wir können, stolpern über Buchenwurzeln und moosbewachsene Äste, treten auf Apfelmatsch und Reste von Herbstzeitlosen (Colchicum autumnale). An diesem Dezembertag ist es warm wie im Frühling oder sogar wie im Sommer oder ich habe komplett den Überblick über die Jahreszeiten verloren.

Sonntag, 1. Dezember 2013

camouflage


Penelope steht am Rhein und weint, lautlos kullern ihre Tränen ins Wasser. Ich lege meinen Arm um sie und spüre wie ihr Inneres bebt. Gut dass wir hier geschützt sind, die langen Äste der Trauerweiden (Salix babylonica) schirmen uns ab. Ich brauche sie nicht zu fragen was sie quält, denn ich kenne diesen Schmerz, der sich wie ein nasses Tuch auf die Seele legt und nicht durchblicken lässt, wo die Linderung ist. Also fange ich leise an zu summen, irgendein Kinderlied, dessen Text ich nicht mehr weiß aber die Melodie schon und langsam entspannt sich Penelope, lächelt und sagt, weißt du ich glaube ich muss mich ganz neu erfinden ich will nicht mehr nur ein Teil eines Zwillings sein. Elise hat das ja auch geschafft. Ich glaube das nicht, denn Elise ist hart wie eine Rüstung, aber das behalte ich für mich. Es wäre schade, wenn du dich neu erfindest sage ich zu Penelope, ich mag dich so wie du bist. Sie fängt wieder an zu weinen und wir schauen der Strömung zu, wie sie nach Norden wegfließt und neue Strömung von Süden nachkommt. 

Dienstag, 19. November 2013

Penelope


Am Rheinufer lerne ich Penelope kennen, sie hat eine Zwillingsschwester die heißt Elise. Wir schnipsen flache Steine ins Wasser, zählen die Hüpfer und unterhalten uns über die Big Bang Theorie. Der Nebel hängt dick über den Ufern, die Dieselkähne schleichen tuckernd an uns vorbei. Penelope erzählt mir wie sie und Elise als Kinder immer verwechselt wurden und wie schwer es ist ihr eigenes Leben zu leben ohne es dauernd mit dem von Elise zu verknüpfen. Genau in diesem Moment würde sie mich sozusagen doppelt fixieren, immer auch mit den Gedanken der anderen und sie weiß dann oft nicht ob das nun ihre sind oder Elises. Penelope ist bezaubernd, in ihren Wimpern hängen winzige Tropfen, die zwischen ihrem und meinem Blick kleine Prismen glitzern lassen. Ob mir Elise in der gleichen Weise gefallen würde? Oder würden in ihren Augen andere Sterne leuchten? Wir gehen eine Weile mit dem Fluss, um uns entsteht eine Aura, die duftet zart nach Maiglöckchen (Convallaria majalis), erstaunlich für November. 

Sonntag, 17. November 2013

easy and elegant


Das Gute am Chaos ist dass es eine Ordnung hat. Die ist zwar zeitlich, räumlich und so nicht vorhersehbar und die Ausformung der Ordnung hängt empfindlich von den Anfangsbedingungen ab, und da ich nicht sagen kann, wann das Chaos angefangen hat und mein Beobachtungsvorgang sowieso prinzipiell unzulänglich ist, vertraue ich auf diese immanente Ordnung. Dies wird ein abstraktes Stück Text, das merke ich schon. Ins konkrete Detail gehen will ich nicht, weil ich das Chaos als diskretes System respektiere und ich heimlich die Hoffnung habe, dass sich die Ordnung bereits durch eine ungefähre Lösung, easy and elegant, herausbildet. Ja, ich liebe Ordnung: eine gewisse Übersichtlichkeit, die Erkennbarkeit einer regulären geometrischen Struktur oder die Schönheit komplizierter Muster wie etwa das der Sibirischen Schwertlilie (Iris sibirica), die stolz und trotzig ausschließlich an unkultivierten Standorten gedeiht. Wahrscheinlich befinde ich mich noch im unendlich heißen und dichten Frühzustand, in dem räumliche Homogenität noch gar kein Thema ist. Doch das wird sich ändern. Wann und wie und wo ist ungewiss.

Mittwoch, 13. November 2013

Muster für später


Die angesagteste Bar am Rheinufer nördlich von Königswinter ist in einem Sternehotel, in dem auch schon Hillary Clinton übernachtet hat, weil auf dem Petersberg kein Zimmer mehr frei war. Unter der Woche ist dort nichts los, aber Hauptsache der Barkeeper ist da, denn er mixt die Drinks und weil wir angenehme Gäste sind, dehnt er die Happy Hour etwas aus, auf eigene Verantwortung. Er flüstert uns zu, dass der Geschäftsführer das nicht wissen darf und schiebt mir einen Mojito, ja klar mit frischer Minze (Mentha spicata), über den polierten Tresen. Ich kenne mich aus mit Geschäftsführern, das schreckt mich nicht. Das Hotel hat ein grauenhaftes Design, total aufdringlich, irgendwie plump und auffällig bunt. Mir gefallen aber die gemusterten Tapeten in den Gängen, die mein aufmerksames Gehirn als Muster für später abspeichert, wer weiß schon, wozu ich die mal gebrauchen kann. Zusammen mit dem Barkeeper probieren wir neue Minzcocktails aus, irgendwie schmecken die jetzt alle gleich. Wir fragen nach dem Hillary-Zimmer, es ist ziemlich teuer, eine Happy Hour dafür haben die nicht im Angebot und daher gehen wir am Rhein entlang nach Hause.

Dienstag, 5. November 2013

lost


Mir dämmert, dass ich eine Erkenntnisebene weiter bin. Einerseits freue ich mich, denn mir fallen keine Sachen mehr ein für die ich büßen sollte, andererseits habe ich mir noch gar nicht richtig überlegt, was genau ich wissen will. Ich folge einem Licht durch den dunklen Wald ohne mir über meinen mentalen Zustand weiter Gedanken zu machen. Eigentlich habe ich keine Lust mehr auf diese Nachts-im-Wald-Kacke. Jetzt regnet es auch noch und mir ist kalt. Das Licht tanzt lustig vor mir her und ich denke unwillkürlich an ein Irrlicht, doch dafür ist es zu hell. Kein kleines Flämmchen mit der bösen Absicht mich im Siebengebirge in die Irre oder an einen Abgrund und somit in den Tod zu führen. Mein Schuh bleibt in einem Matschloch hängen. Soll ich hier stehen bleiben oder was. Das ist ein doofes Spiel, ich mag nicht mehr. Ich sehe dem flackernden Licht hinterher das immer kleiner wird bis es schließlich ganz verschwindet. Ja toll ich bin echt die Heldin in diesem Stück. Um mein Bewusstsein zu schärfen, kaue ich einige Hagebutten (Rosa canina)

Sonntag, 3. November 2013

folge dem Licht


Ich erklimme drei Gipfel. Der letzte ist recht unscheinbar, überhaupt nicht eindeutig und obwohl ich der R-Markierung gefolgt bin (R für Richtiger Weg oder?) kommt es mir nicht so vor, als hätte ich mein Ziel erreicht. Dabei gebe ich mir wirklich Mühe, ich renne auf nassem Laub bergauf, ich denke an die Dinge, die ich nachdem ich sie gedacht habe vergessen will und dann sehe ich plötzlich ein Licht im Wald. Es ist hell wie der Strahl einer guten Taschenlampe und flackert da hinten im Dickicht herum. Ich gehorche der Regie eines Blockbuster-Horrorstreifens und folge dem Licht. Mutig bin ich, aktiv und mit vollem Bewusstsein bereit für das Abenteuer, gerne auch verbunden mit seelischem und körperlichem Schmerz, z.B. von zu heftigem Kontakt mit Stechpalmen (ilex aquifolium). Die kognitive Verarbeitung von durchschrittenen Landschaften und ihrer Mühen, von gesellschaftlichen Events und ihrer Absurditäten, von den wechselnden Stadien konditionaler und emotionaler Stabilität brennt sich in meine Synapsen ein. Ich agiere streng nach dem Motto past behavior predicts future behavior. Meinen Mut kann ich immer ein wenig steigern, denn jedes Mal überschreite ich eine Grenze, die weh tut. Ich will wissen, was diese Grenze mit mir macht. Es sind ganz banale Dinge wie zu wenig Wasser mitnehmen oder zu weit rausschwimmen, wenn ich den point of no return nicht kenne. Jetzt folge ich dem Licht.

Mittwoch, 30. Oktober 2013

Gold


Sonnenaufgang am Strand. Eine kleine Brandung rollt auf den Sand. Die Luft ist klar und kalt. Ich laufe die Wasserlinie entlang bis zum Wendepunkt. Da sind zwei Ulmen (Ulmus), deren Stämme sich nah am Ufer einander zuneigen und die wie ein Tor sind, durch das ich schreite. Auf dem Rückweg treffe ich den Mann mit dem Collie, die Frau mit den zwei Dalmatinern, den Mann mit dem alten Dackel, wir nicken uns zu und grüßen freundlich. Alle haben ein Lächeln auf dem Gesicht und scheinen sehr glücklich zu sein. Ich schaue mich um. Noch sind erst wenige Menschen unterwegs und sie leuchten hell im Morgenlicht. Irgendwie merkwürdig. Ich denke an die Filme, die ich zu diesem Thema kenne, die Körperfresser, Seelen und so. Hat es mich auch schon erwischt? Fühlt sich alles ganz normal an in mir, oder? Ok, vielleicht doch etwas anders als sonst: ich fühle mich wie eine Feder und das Laufen geht so leicht. Als ich um die letzte Kurve biege, blendet mich die tief stehende Sonne. Ich renne blind ins Gold.

Montag, 28. Oktober 2013

delete!


Beim Anblick der acht Meter langen Schlange und ihren behäbigen Bewegungen um einen toten Baum herum denke ich, es ist Zeit für eine Häutung. Ich bin zwar immer gut gewesen im Abstreifen von Vergangenheit, merke jedoch, dass mein nächster Schritt ein gewaltiger wird. Er soll Dekaden von Mustern löschen. Ich will das, aber in meinen Träumen werde ich dafür hart bestraft. Mein träges Gehirn will weiter auf dem alten Kanal senden und sich nicht meiner Ansage unterwerfen. Es wehrt sich mit dummen, leicht durchschaubaren Konventionen, die es wie Dreck auf mich schleudert. Auch von meinem vegetativen Nervensystem ergreift es Besitz, dort hat es wirklich nichts zu suchen. Jede Nacht ist eine Tortur und ich sterbe auf verschiedene Arten. Tröstend ist der Schmerz, mein treuer Freund in allen Gefahren, mein Garant für das Wahrhaftige. Dem Gehirn verabreiche ich eine Tinktur aus Gingko (Gingko biloba), sie wirkt gefäßerweiternd, insbesondere im Kopf.

Samstag, 19. Oktober 2013

Abbitte II


Der Engel vergibt mir und schickt Sturm. Im Wald prasselt es wie verrückt. Alles kommt runter. Ich stehe hier und halte das aus. Auch das Gespött der Vorbeiwanderer. Die gucken und grinsen. Einer bietet mir Wasser an. Ich trinke nicht, bedanke mich aber artig. Nach dem Wind wütet Feuer. Die Hitze ist heikel, aber ich verbrenne nicht, denn der Engel ist gnädig und gießt ziemlich schnell Regen hinterher. Die Erde, auf der ich stehe, dampft. Ich stehe, bis es dunkel wird, dann lege ich mich auf das Laub und versuche, zwischen den Zweigen der Eiben (Taxus baccata) die Sterne zu erkennen. Mein Herz pocht laut. Ich weiß nicht, was als nächstes kommt. Also warte ich. Ich warte einfach, bis irgendetwas oder irgendwer meine Position verändert. Wo ist eigentlich Siegfried? Dann schlafe ich ein und träume von einem glühenden Himmelskörper, der sich der Erde nähert. 

Freitag, 18. Oktober 2013

Abbitte


Unmittelbar nach dem Sonnenuntergang fliegen heute Fledermäuse ihren Zickzackkurs. Sie steigen aus den dunklen Bäumen empor und sind gegen den Abendhimmel gut zu erkennen. Ihren Flug zu verfolgen macht mich schwindlig. Ich bin schon den ganzen Tag wacklig auf den Beinen, vielleicht liegt es an meiner Verabredung heute Nacht. Siegfried, Held und Vampir, will mir im Wald etwas zeigen. Ich gehe nachts nicht so gerne in den Wald, auch wenn mir mit ihm nix passieren kann. Die Eicheln prasseln durch die Äste wie kleine Kampfgeschwader, das Laub raschelt, Äste knacken. Noch hat Siegfried nicht mein Blut getrunken, obwohl das irgendwie in der Luft liegt. Es ist fast Vollmond und silbern glitzern die feuchten Stämme der Buchen (Fagaceae). Wir treffen uns an einem alten Gemäuer, er nimmt meine Hand. Komm. Was kann denn hier interessant für mich sein, denke ich. Wir stehen vor einem Engel aus Stein, seine Augen sehen mich an. Er kann dich verstehen, sagt Siegfried, bitte ihn um etwas. Ich bitte ihn um Vergebung.