Mittwoch, 25. September 2013

sect.

Zwischen facebook und whatsapp kommt mir mein Blog total altmodisch vor. Aber warum nicht ein paar lieb gewonnene Gewohnheiten bedienen? Heute bocke ich zum Beispiel meine alte Nähmaschine auf, um einen Saum zu nähen. Nachdem ich den Saum fertig habe, nehme ich meine geschätzt 10 Tonnen Stoff in Augenschein und frage mich angesichts der bunten Stapel, was ich jemals damit vorhatte. Sonst ist meine Lagerhaltung nicht so ausgeprägt. Obwohl - ich koche Marmelade und Apfelmus. Dieses Jahr gibt es soooo viele Früchte, Brombeeren, Holunder, Pflaumen, Äpfel. Nächste Woche bin ich mit einer Freundin zum Pilze suchen verabredet. Wir werden sie pflücken wie Löwenzahn (Taraxacum sect. Ruderalia) und unsere Taschen werden platzen. Das weiße Fleisch der Pilze in Eigelb wenden, salzen, mit Semmelbrösel bestreuen, dann in Butter ausbraten. Schmeckt wie Kalbfleisch, fast. Dazu trinken wir sect. äh Sekt.

Dienstag, 24. September 2013

Königswinter reloaded

Jetzt wo Voyager 1 unser Sonnensystem wahrscheinlich für immer verlässt und am Nachthimmel neue Sterne leuchten, von denen ich bisher nix wusste, denke ich über den Sinn meines Erdenlebens in Königswinter nach. Das ist ganz angenehm, weil die Stadt klein und voller Pflanzen ist und der Straßenlärm sich in Grenzen hält. Ich werfe Steine in den Rhein, sammle Walnüsse und stelle mich im Garten unter den drei Meter hohen Topinambur (helianthus tuberosus). Dort stehe ich und mein Nachbar sagt ich strahle.  Kosmologisch kann ich mich noch nicht einordnen, der Weg zur Erkenntnis dürfte noch weit sein. Doch das stört mich nicht, denn ich lasse täglich eine beträchtliche Strecke hinter mir. Vögel fliegen, Fische schwimmen, Menschen laufen. 

Donnerstag, 27. September 2012

Goin' South

Auf dem Weg nach Málaga werde ich nach unten auf die Wolken sehen. Die letzten Wochen kam ich mir vor wie eine Schildkröte, die von ihrem eigenen Panzer langsam erdrückt wird, dabei mühsam im Sand schaufelt -
immer in der Gefahr sich die ledrigen Füße zu verbrennen. Ich folge Cro, ab ans Meer, weg von hier, fort vom Farn.

Mittwoch, 27. Juni 2012

Zwischenhoch

Dieses Jahr besteht aus kurzen Zwischenhochs. In diesen Momenten mag ich sogar meine Haare. Ansonsten tummeln sich die Tiefs rund um die Hochs wie Fettnäpfchen. Da nehme ich an ich bin noch im Hoch und schon mache ich mir die Füße nass, da hilft auch kein Wetterbericht, obwohl das Wetter irgendwie genauso f`n sch.... ist. Ich bin jetzt auf dem Weg nach Berlin, das verspricht ein Hoch zu werden. Ich muss die Algen (Laminarien) unter meinen Schuhen endlich wieder loswerden.

Montag, 18. Juni 2012

mein weißbierherz

Warum ich in München immer aufblühe weiß ich nicht. Komme mir dort vor wie eine Sonnenblume (Helianthus), die ihr vorheriges Dasein als Nachtschatten fristet. Der mondäne Sonnenschein brennt gutaussehende Menschen auf die Straßen, die Frauen tragen Kleider, denen das Nachschaun in den Rocksaum genäht ist. Die Isar schäumt Gletscherwasser. Zum Aperitiv trinken wir Rhabarberschorle und Holunderblütensecco, dann Weißbier und geschmortes Kaninchen, später Granatapfelthymiansorbet und Cranberryrotespfeffereis vom Schubeck. Dann den Rest des Abends wieder Weißbier.

Mittwoch, 13. Juni 2012

Orchidee Desiree

Wenn ich bei Starbucks meinen Namen sage, damit ihn die Bedienung auf den Becher schreiben kann, kommen so Sachen wie Megan, Patty und Pamela raus, ist ja auch ganz hübsch außer dass ich mich dann gar nicht angesprochen fühle wenn plötzlich jemand "Pam!" ruft und meinen Caramel Macchiato schwenkt.Meine Tochter hat heute doch tatsächlich Rabatt auf ihren Kaffee gekriegt weil ihr Name so schön ist "Half Price!" Also das heißt ab jetzt kreativ mit den Namensangaben bei Starbucks sein, sagt einfach ihr heißt Kim Lily, Ada Arleen, Annarosa oder Orchidee (Orchidaceae) Desiree und dann kostet das Getränk nur die Hälfte.

Montag, 11. Juni 2012

wo ist der Inhalt?














Jahrelang beschäftige ich mich mit Strukturen, Fließ- und Organisationsdiagrammen, Ablauf-, Zulauf-, Überlaufmechanismen, Worst Cases und Best Practises, Change- und Krisenmanagement und dann sind wieder neue Methoden angesagt, die ich mit wissenschaftlicher Begleitung evaluierend einführe, um sie wenig später zu ignorieren oder wieder durch neue zu ersetzen. Dafür brauche ich professionelles Coaching, das mein professionelles Handeln noch professioneller macht und die Performance muss natürlich auch stimmen. Ich übe Kurzrepräsentation im Spiegel, leite mit einer Story ein, die sich am Ende meiner Geschichte in den Schwanz beißt, wie ich das schon früher im Deutsch-Leistungskurs gelernt habe. Mit meinem damaligen Lehrer, der ist irgendwie gar nicht gealtert obwohl das ja jetzt schon zwei Jahrzehnte her ist, wahrscheinlich weil er Bartträger ist und die stereotypen Bewegungen genauso draufhatte wie damals in der Klasse, war ich neulich einen trinken und habe mir mein Kleid mit einem Obstfleck von der Cocktailkirsche (Prunus padus) versaut. Springt die einfach vom Glas weg. Ein worst case ist das nicht unbedingt, weil ich nicht mein bestes Kleid trage, wenn ich mich mit meinem ehemaligen Lehrer verabrede, aber in meinem Gehirn fängt sofort die Planung an zu laufen, wie und wie schnell ich diesen Fleck wieder rauskriege und die Konzentration auf meinen Gesprächspartner ist erst einmal mau. Ich glaube er hat irgendwas von Argentinien erzählt. Mann, das ist sowas von weit weg.